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Cave kommt nach Deutschland – und die Setlists lügen nicht
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Cave kommt nach Deutschland – und die Setlists lügen nicht

In Carhaix-Plouguer, Mitte Juli, endete ein Abend mit Red Right Hand. Davor: From Her to Eternity als Opener, dann The Mercy Seat, Jubilee Street, O Children. Eine Setlist, die keinen Umweg macht. Kein Aufwärmen, kein Taktieren. Wer in Frankreich dabei war, weiß: Cave ist gerade in einem Zustand, in dem er nichts zu beweisen hat – und genau deshalb alles gibt.

Im April 2027 kommt diese Tour nach Deutschland. Elf Dates, von Hannover bis Dortmund, innerhalb von knapp drei Wochen. Das ist kein Zufallskalender.

Was die Setlists über den aktuellen Cave sagen

Zwei Auftritte am selben Tag in Brighton – am 31. Juli 2026 – erzählen schon viel. In einem kleineren Rahmen, beim Plattenladen Resident Music, spielte Cave unter anderem Cosmic Dancer und Train Long-Suffering. Cosmic Dancer ist kein eigenes Stück – es ist ein T. Rex-Song. Diese Wahl in einem Intime-Setting zeigt, dass Cave seine Referenzen offenlegt, wenn kein Scheinwerfer zwingt, den Kanon zu bedienen.

In Bolków, Polen, wenige Wochen zuvor, klang das Programm anders: She Reigns Down, Shadow Dance, Siren Song. Dunklere Texturen, mehr Dichte. The Great Pan Is Dead als Mittelpunkt einer Setlist, die weniger erzählt und mehr beschwört. Das ist kein Zufall – das ist Repertoire, das auf die Energie des Publikums antwortet.

Wer in zwei aufeinanderfolgenden Shows Cosmic Dancer und The Great Pan Is Dead spielt, hat keine Angst vor Widerspruch.

Und in Carhaix-Plouguer, beim großen Open-Air-Auftritt am 17. Juli: Wild God, Carnage, Rings of Saturn, Tupelo. Eine Mischung, die quer durch Jahrzehnte greift, ohne nostalgisch zu klingen. Jubilee Street als spätes Highlight, The Weeping Song kurz davor – das ist dramaturgisches Handwerk, keine Playlist.

Warum Deutschland, warum jetzt

Cave hat 2026 mit dem Jo Nesbø's Detective Hole: Original Series Soundtrack einen weiteren Schritt in Richtung Filmmusik gemacht – nach dem Back to Black-Score 2024 und The Death Of Bunny Munro 2025. Drei Soundtrack-Projekte in kurzer Folge. Das ist keine Nebenbeschäftigung, das ist ein parallel laufendes Werk.

Was das für die Liveshows bedeutet: Cave bewegt sich gerade zwischen zwei Aggregatzuständen. Auf der Bühne zieht er Stücke aus dem Bühnenwerk hervor – konzentriert, physisch, auf Publikumskontakt ausgelegt. Im Studio komponiert er für Bild und Erzählung, für Szenen ohne Applaus. Die Tour ist das Gegengewicht. Deutschland im April ist nicht zufällig gewählt: nach dem Festivalsommer, vor dem nächsten Studiozyklus.

Die Städte, die Stationen, der Rhythmus

Die Deutschland-Tour startet am 6. April 2027 in Hannover und läuft durch Oberhausen, Bremen, München, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Köln – bis zum 24. April in Dortmund. Fast alle Konzerte fallen auf Werktage oder Sonntage. Das setzt ein Publikum voraus, das plant, das Tickets kauft, das hingeht.

  • Di., 6. April 2027 — Hannover décompte
  • So., 11. April 2027 — Bremen décompte
  • Di., 13. April 2027 — München décompte
  • Mi., 14. April 2027 — Nürnberg décompte
  • So., 18. April 2027 — Frankfurt am Main décompte
  • Di., 20. April 2027 — Hamburg décompte
  • Do., 22. April 2027 — Berlin décompte
  • Fr., 23. April 2027 — Köln décompte

Tickets für den Auftakt in Hannover gibt es bereits: Tickets kaufen.

Was man erwarten kann – und was nicht

Cave spielt keine Museum-Shows. Die Setlists aus dem Sommer 2026 belegen das. Papa Won't Leave You, Henry neben Henry Lee, Joy neben Rings of Saturn – das ist ein Programm, das zwischen Brutalität und Zärtlichkeit wechselt, ohne zu erklären, warum. Wer ein lineares Erlebnis sucht, ist falsch hier.

Wer aber bereit ist, einem Abend zu folgen, der seinen eigenen Gesetzen gehorcht – der kommt im April 2027 auf seine Kosten. Dresden hat es im August 2026 bereits erlebt. Jetzt ist der Rest Deutschlands dran.

Geschrieben von

Lena Brandt

Kulturredakteurin bei WatchIsUp. Schreibt über elektronische Musik, Hip-Hop und die deutsche Clubszene.

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